Freitag, 30. Juli 2010
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    Es ist Jahr 1744 und die junge, zwanzigjährige Herrschaftsbesitzerin von Vlašim, Marie Josefa Gräfin von Trautson und Falkenstein, heiratet Karl Josef Graf von Auersperg. Zum Familiensitz des jungen Ehepaars wurde Vlašim. 
 
     Aufgrund der historischen Erfahrung kann behauptet werden, dass die größten Änderungen auf dem Landbesitz jeweils in den ersten Jahren nach dem Einzug des neuen und jungen Besitzers erfolgten. Im Falle von Vlašim handelte es sich um eine ein wenig unübliche Ausnahme. Das Schloss bewahrte weiterhin seine ursprüngliche Gestalt aus dem Jahr 1665, es war von Burgwällen umgeben und hinter dem Schloss breitete sich das Wildgatter aus. Die wesentlichen Änderungen wurden erst 30 Jahre später durchgeführt, als das Ehepaar Auersperg mehr als fünfzig Jahre alt war. Im Jahr 1771 wurden die Burgwälle einschließlich der Eckbastionen abgerissen. 
 
     Diese Tatsache wird durch die Karte der 1. militärisch-kartographischen Erfassung belegt, die laut Verfügung der Kaiserin Maria Theresia in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts erstellt wurde. Die Messungen waren ungenau, und deswegen mussten sie nach zwanzig Jahren rektifiziert werden. Gleichzeitig wurde auch der damalige Zustand aktualisiert. Die in den 60er Jahren gezeichneten Wälle waren bei der Rektifizierung bereits abgerissen, deswegen hat man in der Karte um das Schloss herum eine Löschung gemacht, die gut lesbar ist. 
 
     Durch den Abriss der Wälle und das Zufüllen von Gräben wurde ein direkter Kontakt zwischen dem Schloss und der umgebenden Natur hergestellt, und dies war höchstwahrscheinlich die Initialzündung, deren Fortsetzung in der Umgestaltung des bestehenden Wildgatters in eine Parkanlage war.
  
     Nach der Errichtung des neuen Wildparks beginnt das Ehepaar Auersperg, in dem höchst attraktiven, gegliederten Naturgebiet eine romantische Parkanlage zu gestalten. Das Territorium des ehemaligen Wildgatters bildet ein grasiges Tal, das vom Fluss Blanice auf einer Seite und vom Mühlgraben auf der anderen Seite umschlossen wird. Auf beiden Seiten des Tals erhebt sich das Terrain entweder zum Hochplateau oder zu interessanten Felsgebilden, wobei der Höhenunterschied bis zu 40 m erreicht.
 
     Im Park wurde eine umfangreiche Terraingestaltung am Fluss Blanice durchgeführt. Das Flussbett wurde an der breitesten Stelle der Flussaue zum See mit einer Insel ausgeweitet. In der ganzen Parkanlage wurde ein breites Wanderwegenetz angelegt. Was die Vegetation betrifft, so wurden im Park etliche Begleitalleen sowohl an den Hauptwanderwegen, als auch am Fluss Blanice und am Mühlbach entlang gepflanzt. Die Alleebäume wurden außerdem auch in den Rondellen eingepflanzt, wodurch separate Intimräume entstanden sind. Auf diese Art wurde insbesondere die plateauförmige Partie zwischen dem Schloss und der Alten Burg gestaltet, und in diesen Raum wurden drei rundförmige Gartenhäuschen aus Holz gesetzt
  
     Für das Anpflanzen der Alleen wurden besonders Eichen und die pyramidalen Pappeln gewählt. Die exponierten Stellen wurden mit reichen Blumenbepflanzungen dekoriert.
 
     Die einzelnen Objekte sind schrittweise zwischen 1775 bis 1785 entstanden.
 


Zusammenstellung der Objekte des ursprünglichen Parks:
1. Maurische Gartenlaube mit Springbrunnen
2. Mineralquelle – abgerundete Fläche (später in die Form eines kleinen Venezianischen Brunnens umgestaltet)
3. Drei rundförmige Gartenhäuschen aus Holz
4. Geborgenheit der Freundschaft
5. Alte Burg
6. Wilde Brücke
7. Fischerei mit drei Teichen
8. Grotte
9. Bardenhain – Stellen für die einzelnen Skulpturen, bzw. Denkmäler
10. Gartenteich mit Wasserfall
11. Bacchus
12. Hauptaussicht vom Holzstoß
13. Eremitage, Samsonsäule und Pan-Quelle
14. Bardenhain
15. Holländischer Obstgarten
16. Türkische Moschee
17. Chinesischer Pavillon mit Turm
18. Vier Volieren mit Turm – Minarett
19. Bad mit der Brücke über den Fluss Blanice
20. Amortempel
21. Haus der Nacht
22. Kanarieninsel
 

     Derzeit sind das Schloss und der Park im Besitz der Stadt Vlašim, die für dieses Kulturerbe musterhaft sorgt und bemüht ist, es soweit wie möglich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


           

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